Dienstag, 05. März 2019

"2027: 1000 Jahre Kaiserdom zu Speyer"; Vortrag von Prof. Dipl.-Ing. Dr. techn. Erwin Reidinger

Donnerstag, 28. März 2019, 19 Uhr; Volksbank Kur- und Rheinpfalz Speyer, Bahnhofstraße 19, Seiteneingang

Prof. Dipl.-Ing. Dr. techn. Erwin Reidinger ist ein österreichischer Bauingenieur, Bauforscher und Archäoastronom. Er geht seit etwa 25 Jahren mit den Augen des Bauingenieurs an die Rekonstruktion historischer Anlagen und Bauwerke heran. In seinen Forschungsergebnissen sieht er die „Wiederentdeckung verlorenen Wissens“. Sie betreffen insbesondere geometrischen und astronomischen Rekonstruktionen an Gründungsstädten und Heiligtümern. 

Seine Forschungen sind in Bauanalyse und astronomische Untersuchung gegliedert. Im ersten Fall erfolgt die Rekonstruktion des Bauplanes im historischen Maßsystem (Fuß und Klafter), das durch runde Werte zum klaren Verständnis der Planung beiträgt. Der zweite Fall betrifft die Einbindung der Achsen von Heiligtümern in den Kosmos nach der aufgehenden Sonne (im Christentum: Metapher für Christus).

Der Kaiserdom zu Speyer ist ein derartiges Projekt, das er mit Unterstützung des Dombauamtes, des Diözesanarchivs und Vermessungsamtes Ludwigshafen mit dem Titel „1027: Gründung des Speyerer Domes“ in den Schriften des Diözesan-Archivs –Speyer  (2014, Band 46) veröffentlichen konnte.

In seinem Vortrag, der im Wesentlichen dem Inhalt des Buches folgt, zeigt er ausführlich den Forschungsweg, der von der Bauanalyse über die astronomische Untersuchung (Archäoastronomie) zum Gründungsdatum des Domes am 29. September 1027 führt. Es ist der Tag des Erzengels Michael, der wohl auf Anordnung Kaisers Konrad II. die heilige Orientierung des Chores bestimmt. Die Rekonstruktion des Bauplanes im historischen Maßsystem lässt die Abmessungen in runden Planungswerten erkennen. Was früher als Baufehler abgetan wurde, stellte sich als geplant heraus, insbesondere der schiefwinklige Chor, der auf eine getrennte Orientierung von Langhaus und Chor nach der aufgehenden Sonne beruht und deshalb als „Achsknick“ erscheint.

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