Mittwoch, 17. Oktober 2018

2. Wissenschaftliches Forum 2018: Der Speyerer „Domhügel“ von der Römerzeit bis zum Bau des Kaiserdoms

Am 18. Oktober 2018 referierte im Vortragssaal der Volksbank Kur- und Rheinpfalz Prof. Dr. Helmut Bernhard, langjähriger Bodendenkmalpfleger und früherer Leiter der Außenstelle Speyer der Direktion Landesarchäologie, über den Speyerer „Domhügel“ von der Römerzeit bis zum Bau des Kaiserdoms. Rund 100 Zuhörer waren gekommen um sich über die bisher nicht zusammenhängend veröffentlichten archäologischen Erkenntnisse zu informieren.

Die Topographie der Speyerer Niederterrasse zeigt eine deutlich herausgehobene Nordost-Spitze, die schon seit den vorrömischen Metallzeiten im Randbereich besiedelt wurde. Die besondere Lagegunst wurde dann in der frührömischen Zeit seit etwa 8 v. Chr. durch Militäranlagen genutzt. Zum Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. begann dann eine Umwandlung in zivile Wohnbereiche der nunmehrigen Civitashauptstadt Noviomagus. Der Nachweis zahlreicher Weihesteine im Dombereich ließ die Vermutung aufkommen, dass sich auf der Terrassenspitze antike Heiligtümer befunden hätten. Dies trifft nach den Untersuchungen der 1960er-Jahre nicht mehr zu. Auf der Südseite des späteren Domes findet sich zivile Wohnhausbebauung seit dem 1. Jh., auf der Nordseite wurden Wohnhäuser hingegen erst im 3. Jh. errichtet. Die Einschnitte in die Siedlungsintensität durch Germaneneinfälle und Bürgerkriege im späten 3. Jh. und zur Mitte des 4. Jhs. sind auf den Domhügel deutlich ablesbar. Unter Valentinian I. wurde die verkleinerte Reststadt ummauert und mit einer Militärgarnison besetzt. Diese könnte durchaus auf der Nordseite des Domhügels stationiert  gewesen sein. Die zivile antike Bebauung ist im südlicheren  Bereich bis zum Ende des 5. Jhs. nachweisbar. 

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