Freitag, 10. August 2018

Erstmals exklusive Baustellenführung

Dombaumeister Mario Colletto erklärt den Mitgliedern des Dombauvereins die Sanierungsmaßnahmen am Vierungsturm des Speyerer Doms.

Mitglieder des Dombauvereins besichtigen Baustelle am Vierungsturm des Doms

Das Gerüst steht zum größten Teil – die Untersuchungen laufen und die nächste große Baumaßnahme wird bald beginnen: Der zuletzt in den 1960er Jahren sanierte Vierungsturm des Speyerer Domes steht erneut zur Sanierung an. An insgesamt drei Terminen gab es nun für rund 30 Mitglieder des Dombauvereins die exklusive Möglichkeit, unter Führung von Dombaumeister Mario Colletto die Baustelle in luftiger Höhe zu begehen und sich selbst ein Bild von den notwendigen Sanierungsmaßnahmen zu machen. Als „kleines Dankeschön“, so der Vorstandsvorsitzende des Dombauvereins, Dr. Gottfried Jung, der bei der zweiten Begehung mit dabei war. Mit ihrem Mitgliedsbeitrag unterstützen die Vereinsmitglieder die laufenden Restaurierungsmaßnahmen am Dom. Die Kosten für die Sanierung des Vierungsturms schätzt Dombaumeister Maria Colletto auf 700.000 Euro.

Auch an einem so großen Gebäude wie dem Dom hinterlässt die Witterung über Jahrzehnte und zum Teil über Jahrhunderte hinweg ihre Spuren. So ist besonders die Südwestseite des Vierungsturms als „Wetterseite“ von Schäden betroffen, erläuterte Dombaumeister Colletto. Aber auch die Sanierungsmaßnahmen früherer Zeiten haben dem Vierungsturm nicht immer nur gut getan. So besteht die Oberfläche teilweise aus einer Mischung verschiedenster Baustoffe – nicht alle davon historisch. Dabei verfügen die alten Materialien über eine längere Lebensdauer als die neuen, so der Dombaumeister. Für ihn kommt es bei der Sanierung darauf an, sich auf alte Fertigkeiten zu besinnen und mit ihrer Hilfe das Bauwerk mindestens für die nächsten Jahrzehnte zu sichern.

 Die Mitglieder des Vereins, die einen der begehrten Plätze für die erstmals in dieser Form angebotenen Baustellenführungen ergattert hatten, verfolgten interessiert die Ausführungen des Dombaumeisters. Dann und wann ließen sie die Blicke auch über die Umgebung schweifen, die man aus dieser Höhe sonst nicht zu sehen bekommt: Das Gerüst am Vierungsturm befindet sich in 40 Metern Höhe. Dorthin gelangte die kleine Truppe mit einem Baustellenaufzug. Besondere Bedingungen, die eine kurze Einweisung und eine Beschränkung der Teilnehmerzahl notwendig machten. Aus Sicherheitsgründen war die Gruppengröße auf zehn Teilnehmer limitiert und für alle Termine hatte es lange Wartelisten gegeben. „Das Angebot der Baustellenbegehung soll zum einen Wertschätzung gegenüber der Unterstützung durch unserer Mitgliedschaft zum Ausdruck bringen, als auch die Attraktivität einer Vereinsmitgliedschaft deutlich machen“, so der Vorstandsvorsitzende Dr. Jung. 

Rund eine Million Euro werden jährlich für den Erhalt des Kaiserdoms aufgewendet. Der Dombauverein trug dazu zuletzt 140.000 Euro bei. Der Löwenanteil dieses Betrags stammt aus den Mitgliedsbeiträgen. Hinzu kommen Verkaufserlöse und Spenden.

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Folgende Unternehmen, Einrichtungen und Organisationen unterstützen den Dombauverein:

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