Montag, 02. März 2026
Mitgliederversammlung des Dombauvereins bestätigt Vorstand

Ehrung der anwesenden 10-, 20- und 30-jähringen Mitglieder

Verabschiedung von Domdekan em. Dr. Christoph Kohl, Dompfarrer Matthias Bender

Domdekan Dr. Georg Müller

Schulleiter des Nikolaus-von-Weis-Gymnasiums Egbert Schlitz

Dombaumeisterin Hedwig Drabik
Erfolgreiche Zusammenarbeit zum Wohle des Doms
Solide Zahlen, ein attraktives Jahresprogramm und Harmonie im Vorstandsteam, so könnte man die Arbeit des Speyerer Dombauvereins zusammenfassen. Vorgestellt wurde sie vom Vorstand bei der jährlichen Mitgliederversammlung, die am 28. Februar in der Aula des Nikolaus-von-Weis-Gymnasiums stattfand. Neben dem Bericht zur Vereinsarbeit stand die Neuwahl des Vorstandes auf der Tagesordnung. Dieser war komplett zur Wiederwahl angetreten und wurde auf allen Positionen einstimmig im Amt bestätigt.
Bereits die Begrüßungsworte des Vorstandsvorsitzenden Prof. Dr. Gottfried Jung zeugten von der Erfolgsbilanz des Vereins. 108 neue Mitglieder konnten im Verlauf des vergangenen Jahres gewonnen werden, für einen Verein dieser Größe eine beachtliche Zahl. Zudem wies er darauf hin, dass der Dombauverein seit seiner Gründung vor 30 Jahren bereits mehr als 10 Millionen Euro zur Instandhaltung des Doms beigesteuert habe. Das erste Grußwort sprach Domdekan Dr. Georg Müller, der diese Position seit Anfang des Jahres neu innehat und das Domkapitel im Vorstand vertritt. Er erläuterte die Umstrukturierung des Domkapitels und seine Zuständigkeit für die baulichen Themen am Dom. Obwohl neu im Amt, sei er freilich mit dem Dom aufgrund früherer Positionen bereits gut vertraut gewesen und nannte diesen einen für ihn „geschichtlich, liturgisch, heimatlichen Ort“. Bereits seit 24 Jahren sei er daher Mitglied des Dombauvereins. Für die Europäische Stiftung Kaiserdom sprach deren Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Alfried Wieczorek. Er bezog das Motto der drei Musketiere „Alle für einen!“ auf den Dom und machte das Domkapitel, den Dombauverein und die Europäische Stiftung als die drei Musketiere aus. Als Hausherr sprach der Schulleiter des Nikolaus-von-Weis-Gymnasiums Egbert Schlitz zu den zahlreichen Anwesenden. Er stellte den Bezug zwischen Schule und Dombauverein über Bischof von Weis her, der 1853 den ersten Dombauverein gegründet hatte. Das traditionelle Grußwort der Stadtspitze musste aufgrund deren Abwesenheit bedingt durch anderweitige Verpflichtungen ausnahmsweise entfallen.
Den Geschäftsbericht begann Jung mit einem Lob an seine Vorstandskollegen, denen er für die Zusammenarbeit dankte. Die gute Teamarbeit zeige sich in den zahlreichen Aktivitäten des Vereins die in dieser Fülle auch nur von mehreren Schultern getragen werden kann. Über die Mitgliederzeitschrift „Domkurier“, den Newsletter und die Homepage informiere der Verein Mitglieder und Interessierte über seine Arbeit. Zu den Einnahmequellen und imagebildenden Maßnahmen des Vereins gehöre der Verkauf von Produkten, den sogenannten „Dombausteinen“. Dabei sei der Plätzchenausstecher in Domform der „Knüller“ und habe seit Einführung bereits 19.000 Euro erwirtschaftet. Aber auch die Dom-Seife oder limitierte Sondereditionen wie zuletzt Kupferplättchen aus dem Dach des Doms trügen nicht unwesentlich zum Erlös bei.
Als einen einmaligen Vorgang bezeichnete Gottfried Jung die Erbschaft, welche Dr. Christa Panhans bereits 2024 dem Dombauverein hinterlassen hatte. Die vererbten Immobilien und Grundstücke seien mittlerweile verkauft und hätten mehr als 1 Million für den Verein erlöst. Diese Großzügigkeit würdigten Verein und Domkapitel mit dem Eintrag des Namens der Erblasserin in die Stifterplatte in der Vorhalle.
Zu den beliebten und etablierten Angeboten des Vereins, gehören die Wissenschaftlichen Foren, von denen das erste mit einem Vortrag zum Baumaterial Sandstein am 26. März stattfinden wird. Es spricht der Mineraloge Prof. Dr. Robert Sobott. Das zweite Wissenschaftliche Forum des Jahres bestreitet Dombaumeisterin Hedwig Drabik mit einem Vortrag zu "Planung und Handwerk" am 5. November. Davor findet im Oktober findet wieder der Kunstmarkt des Dombauvereins statt, für den noch Kunstwerken gesucht werden. Diese werden über den Dombauverein verkauft, der den Erlös als Spende erhält. Als besonderes Projekt des Vereins erinnerte Jung an die anstehende Reinigung und teilweise Restaurierung des Ölbergs. Hier würden noch Paten für die 18 Steinfiguren gesucht.
Schatzmeister Winfried Szkutnik gab Auskunft über die Kassenlage des Vereins. Durch Einnahmen über Mitgliedsbeiträge, den Verkauf von Dombausteinen und Spenden konnte, abzüglich der Personal- und Materialkosten, ein Vereinsergebnis von 131.000 € Euro erzielt werden. Die Erbschaften bildeten sich in der Aufstellung des Vermögensbestands des Vereins ab. Szkutnik war mit diesem Ergebnis zufrieden. Er hob insbesondere die Einnahmen von 87.000 Euro durch den Verkauf von Dombausteinen hervor, dem besten Ergebnis seit 25 Jahren. Rechnungsprüfer Hans-Peter Rottmann hatte zusammen mit Wilhelm Treutle die Buchungen und die Jahresrechnung geprüft. Beide bestätigten die ordnungsgemäße Buchführung, so dass der Vorstand per Akklamation entlastet werden konnte.
Als besonderer Punkt stand die Verabschiedung von zwei Mitgliedern des Vorstands auf der Tagesordnung. Domdekan em. Dr. Christoph Kohl und Dompfarrer Matthias Bender gehörten diesem bislang als sogenannte „geborene Mitglieder“ kraft ihres Amtes an. Mit Eintritt in den Ruhestand endete ihre Arbeit in diesem Gremium. Der Vorsitzende Gottfried Jung bedankte sich bei beiden für ihr jeweils eigenes Engagement zum Wohle des Doms.
Die gewählten Vorstandsmitglieder stellten sich der satzungsgemäß im Turnus von zwei Jahren stattfindenden Vorstandswahl, wobei der gesamte Vorstand erneut antrat. Wahlleiter Oberbürgermeister a. D. Hansjörg Eger verstand es, mit launigen Worten die Anwesenden auf eine offene Abstimmung zu verpflichten, und gestaltete den Wahlprozess so nicht nur zügig, sondern auch kurzweilig. Zunächst wurden der Vorsitzende des Vorstands, Prof. Dr. Gottfried Jung, seine Stellvertreterin, Dr. Barbara Schmidt-Nechl, die zugleich als Schriftführerin gewählt wurde, und Schatzmeister Winfried Szkutnik jeweils einstimmig im Amt bestätigt. Die sechs Beisitzer wurden in einer gemeinsamen Abstimmung ebenfalls ohne Gegenstimmen gewählt. Damit gehören dem Vorstand erneut an: Franz Dudenhöffer, Gabriele Fischer, Günther Frei, Carmen Gahmig, Monika Hoff und Hans-Joachim Ritter. Als geborene Mitglieder sind von Amts wegen im Vorstand vertreten: Domdekan Dr. Georg Müller und Dombaumeisterin Hedwig Drabik. Der Sitz des Dompfarrers bleibt im Zuge des Neustrukturierungsprozesses der Pfarreien im Bistum vorerst unbesetzt.
Zu den „Highlights“ für die Mitglieder des Vereins gehört der jährlich stattfindende Bericht der Dombaumeisterin Hedwig Drabik. Sie gab Auskunft über die Projekte des vergangenen Jahres und damit auch zugleich über die Verwendung der vom Dombauverein bereitgestellten Gelder. Zu den zahlreichen Projekten gehört auch die Pflege des in der Verantwortung des Domkapitels befindlichen Heidentürmchens im östlichen Domgarten. Dort mussten lose Putzschollen gesichert bzw. abgenommen werden. Auch wenn das Gerüst in der Vorhalle inzwischen abgebaut ist, ist die Arbeit an dem dortigen Wandgemälde von Johann Baptist Schraudolph noch nicht abgeschlossen. Im Rahmen einer Diplomarbeit konnten jedoch ein Gesamtkonzept entwickelt und auf den Untersuchungen aufbauend erste Sicherungsmaßnahmen durchgeführt werden. Als Jubiläums-Förderprojekt des Dombauvereins erhält die Sanierung des neben dem Dom befindlichen Ölbergs besondere Aufmerksamkeit durch das Dombauamt. Hier wurde bereits das Dach von unten geöffnet, um den Skulpturen darunter mehr Luft zu verschaffen. Ferner wurde das dunkel gefärbte Holz des Schwellenkranzes durch eine Trockenreinigung aufgehellt. Erste Probereinigungen wurden vorgenommen, so dass nach Ausschreibung der Maßnahme derzeit die Kosten für die Reinigung der einzelnen Figuren ermittelt werden. Diese werden in einer Mappe zusammengestellt und in der Folge werden Paten gesucht, welche bereit sind, die Kosten für die Reinigung einzelner Figuren zu übernehmen. Neben weiteren kleineren Projekten und technischen Maßnahmen wie der Instandhaltung der Innen- und Außenbeleuchtung sowie der Fluchtwegbeschilderung steht als großes, weithin erkennbares Instandhaltungsprojekt die Sanierung der romanischen Osttürme weiter im Zentrum der Aufmerksamkeit. Der Dombauverein konnte hier mit den Erträgen der Erbschaft von Frau Dr. Panhans einen besonderen Beitrag leisten. Eindrucksvoll zeigte Dombaumeisterin Hedwig Drabik in ihrer Präsentation die Schäden und erklärte anhand eines mitgebrachten Mauerstücks die Komplexität der Aufgabenstellung. Mit Fotos gab sie einen Einblick in die mittelalterliche Verklammerung des Mauerwerks und erklärte die Technik der Bleiverfugung. Die richtige Form der Wasserableitung, Entfernung der Zwischendecken und Umgang mit den noch vorhandenen Putzflächen waren weitere Punkte des Vortrags. Zuletzt wies Drabik auf die wissenschaftliche Begleitung der Maßnahme im Rahmen einer Kooperation mit der Universität Cottbus-Senftenberg hin.
Als vorletzter Tagesordnungspunkt der Mitgliederversammlung folgte die Ehrung der anwesenden 10-, 20- und 30-jähringen Mitglieder. Zu den Geehrten, die eine Dankurkunde überreicht bekamen, gehörte auch die Dompfarrei Pax Christi, für die Pfarrer Thomas Ott eine Urkunde für 30-jährige Mitgliedschaft entgegennahm.
Unter dem letzten Punkt „Verschiedenes“ gab es keine Wortmeldungen. Dies entsprach dem gesamten Verlauf der Mitgliederversammlung, die sich durch das gänzliche Fehlen kritischer Rückfragen und Anmerkungen und damit durch Harmonie und offenkundige Zufriedenheit aller Beteiligten auszeichnete.
Bildnachweis: Mitgliederversammlung des Dombauvereins 2026 in der Aula des Nikolaus-von-Weis Gymnasiums © Fotos Herr Gabath, Dombauverein Speyer