Dr. Wolfgang Hissnauer
Domdekan Dr. Christoph Kohl
Oberbürgermeister Hansjörg Eger
Staatsminister a.D. Dr. Georg Gölter
Prof. Dr. Stefan Weinfurter
Dr. Barbara Schmidt-Nechl

20 Jahre bestand der Speyerer Dombauverein im Jahr 2015 in seiner jetzigen Form. Mit einem eindrucksvollem Festakt am 20. Juni 2015 wurde dieses Jubiläum im Dom würdig begangen. Lang war die Liste der Ehrengäste, die der 1. Vorsitzende des Dombauvereins, Dr. Wolfgang Hissnauer, begrüßen konnte. Von Domdekan Dr. Christoph Kohl, über die Domkapitulare Peter Schappert, Karl-Ludwig Hundemer, den Oberbürgermeister der Stadt Speyer, Hansjörg Eger, die Bürgermeisterin der Stadt Speyer, Monika Kabs spannte sich der Bogen zu Staatsminister a. D. Dr. Georg Gölter. Ein besonderer Willkommensgruß galt dem Festredner des Abends, Prof. Dr. Weinfurter. Den zahlreichen Besuchern, überwiegend Mitglieder des Dombauvereins, dankte Dr. Hissnauer für ihr Kommen.

Domdekan Dr. Christoph Kohl lobte, stellvertretend für das Speyerer Domkapitel, das große Engagement des Dombauverein seit 1995 für die mittelalterliche Kathedrale. „Die Mitglieder des Dombauvereins identifizieren sich in besonderer Weise für den Dom und dessen Erhalt und Fortbestand. Diese Identifikation ist das wichtigste Potential des Vereins und damit auch des Doms“ betonte Dr. Kohl.

Der Oberbürgermeister der Stadt Speyer, Hansjörg Eger, betonte in seinem Grußwort die immense Bedeutung des Doms für die Stadt Speyer, die Region, Deutschland, aber auch für ganz Europa. Der Dombauverein trägt nach Egers Worten dazu bei, den Dom nicht nur mit Leben zu füllen, sondern stellt sicher, dass der Dom auch in Zukunft nicht nur eine leere Hülle sein wird.

Staatsminister a.D. Dr. Georg Gölter, stellvertretender Vorsitzender der Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer, erinnerte an die drei Vorgänger des jetzigen Dombauvereins. Der 1. Dombauverein war schon von König Ludwig 1. im 19. Jahrhundert zur Neugestaltung des Westbaues gegründet worden. Gölter gratulierte und dankte vor allem den Gründern des Vereins, aus dessen Kuratorium später die Europäische Stiftung Kaiserdom hervorging. Der Erhalt des Doms sei eine fortwährende Aufgabe und es gibt nach Gölters Meinung, keinen Grund warum dieser jetzige Dombauverein und auch die Europäischen Stiftung Kaiserdom in ferner Zukunft nicht auch ihr 100-jähriges Jubiläum, oder sogar mehr, feiern sollten. „Es gibt Vereine und besonders Stiftungen, die Jahrhunderte überdauerten“ ergänzte Dr. Gölter.

Dr. Wolfgang Hissnauer, 1. Vorsitzender des Dombauvereins, er hatte dieses Amt zunächst seit dem Gründungsjahr 1995 bis 2005 inne und jetzt wieder seit 2011, zitierte aus der Satzung die Zwecke des Vereins. „Menschen, die den Dom lieben, zusammen zu führen“, sowie den Erhalt des Doms und seiner Kunstwerke zu unterstützen“ ist der Hauptzweck des Dombauvereins. In der Praxis bedeutet dies vor allem die Identifikation mit dem Dom zu fördern und damit Menschen für den Bauerhalt durch Mitgliedschaft im Verein und durch Spenden, sowie dem Erwerb von Dombausteinen zu gewinnen. Die Zahl der Mitglieder liegt seit einigen Jahren konstant bei 2.800. „Unser Ziel ist noch immer die magische Grenze von 3 000 Mitgliedern zu erreichen. Aber die Neuzugänge gleichen fast nur die Todesfälle aus, so dass es schwer wird das Ziel zu erreichen“. Aber wir arbeiten daran betonte Hissnauer. So sollen auch schon Kinder für dieses Gotteshaus begeistert werden. Der „Tag der Jungen Familien“ wird von Jahr zu Jahr beliebter. Familien mit ihren Kindern finden an diesem Tag ein kindgerechtes Angebot und erleben den Dom aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln.

Die Dombausteine sind eine wichtige Finanzierungsquelle. 74.000 verkaufte Flaschen Domwein sprechen eine beeindruckende Sprache. Der Verkauf von Domuhren, Krawatten, Domwein, Schirme, Poster, so wie jede Menge Literatur über den Dom bringt weiter Einnahmen und natürlich das finanzielle Engagement der Mitglieder und Sponsoren, die größere Beträge zur Erhalt des Domes beisteuern. Beachtliche 7,4 Millionen Euro konnten so bis heute an das Domkapitel übergeben werden. Dringende Bauprojekte wurden seit der Gründung finanziert, „nicht nur Schönheitsreparaturen“, so Hissnauer. Eines der letzten großen Projekte war dabei der Umbau des Kaisersaals und die Einrichtung der Aussichtsplattform im Südwestturm.

Hissnauer würdigte das Engagement der ehemaligen und aktuellen Vorstandsmitglieder, die sich ehrenamtlich für den Verein einsetzten und viel Zeit in diese Tätigkeit investierten. Zuletzt dankte er natürlich den Mitgliedern. „Denn was wäre der Verein, ohne die Menschen, die ihn tragen“ war die rhetorische Frage von Dr. Hissnauer. Seinen Vortrag können Sie hier herunterladen.

„Kaiser, Papst und Speyer in salischer Zeit“ hatte Prof. Dr. Stefan Weinfurter seinen Festvortrag überschrieben. Dr. Weinfurter begann seinen Vortrag mit Zitaten aus Schriften der Entstehungszeit des Doms, welche die Größe und herausragende Bedeutung des Speyerer Doms, etwa im Vergleich zum Dom in Mainz, dokumentierten. Konrad II. hatte bewusst eine Kirche als Repräsentanz seines gottgewollten Königtums erbaut. Ein Gotteshaus, denn er leitete, wie auch seine Nachkommen, die Kaiserwürde direkt von Gott ab, keine weltliche Residenz wollte der Salier errichten. Mit der zentralen Grablege, die von Anfang an bereits auch für Nachkommen des Stifters Konrad II. bestimmt gewesen sei, zeige sich der dauerhafte Anspruch des Geschlechts auf Herrschaft. Im Folgenden zeigte Weinfurter in seinem packenden Vortrag auf, wie auch Konrads Söhne durch Weiterbau und Umbauten des Doms ihre eigenen Ansprüche manifestierten. „Die Salier haben sich ihr Andenken mit dem Speyerer Dom geradezu erzwungen“ betonte Dr. Weinfurter.

Auch nach dem Tod des letzten Salierkaisers Heinrich V. behielt der Dom seine große Bedeutung. Dies zeigt sich darin, dass weitere große Herrscher den Dom zu Speyer als ihre Grablege wählten. So wurde der Dom, neben seiner großen religiösen Bedeutung, auch zum nationalen Erinnerungsmonument. Die Zerstörungen im pfälzischen Erbfolgekrieg und der französischen Revolution konnten - genauso wie die Veränderungen im 18., 19. und 20. Jahrhundert - dem Dom diese Bedeutung nicht nehmen. Ein Bedeutung die bis in die heutige Zeit besteht. „Der Speyerer Dom hat trotz der vielfachen Eingriffe seine Kraft behalten“, resümierte Weinfurter. „Der Dombauverein fördert in bewundernswerter Weise die Erhaltung des Doms als kulturellen und religiösen Ort und verdient daher Dank und Anerkennung“ war das Fazit von Dr. Weinfurter, nach einem Vortrag, der mit großem Applaus bedacht wurde. Seinen Vortrag können Sie hier herunterladen.

Die großen Verdienste, die sich Dr. Wolfgang Hissnauer für den Dombauverein und damit für den Dom selbst , erworben hat, wurden bei diesem Festakt selbstverständlich auch gewürdigt. Die 2. Vorsitzende des Dombauvereins, Dr. Barbara Schmidt-Nechl, dankte in sehr persönlichen Worten für sein unermüdliches Engagement und wünschte weiterhin Glück und Gottes Segen.

Für den würdigen musikalischen Rahmen sorgte der Domchor unter der Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori. Die Motetten „Locus iste“, von Anton Bruckner, so wie „Sicut cervus desiderat ad fontes“ aus der Feder von Giovanni Pierluigi da Palestrina, so wie „Ubi caritas et amor“, von Wolfram Menschick begeisterten ebenso, wie das „Ave Maria“ von Edward Elgar, bei dem der stellvertretende Domorganist, Christoph Keggenhoff, an der Orgel brillierte. Ein Ohrenschmaus besonderer Art.

Der Festakt endete in angenehmer, beim Dombauverein schon „üblich „ zu nennender Art und Weise. Bei Domwein und Brezeln in der Vorhalle verweilten die meisten Besuch noch einige Zeit. Viele Anekdoten aus den 20 Jahren Dombauverein gaben Anlass zu Schmunzeln und Lachen.

(Text und Bilder: Franz Gabath)


Der Kaiserdom zu Speyer - UNESCO Weltkulturerbe

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