Kathedrale

Königschor mit Hauptaltar und Kathedra
Gnadenbild der Gottesmutter Maria von August Weckbecker, Kunstprofessor aus München. Zur Orientierung diente ihm die Nachbildung der gotischen Madonna in Stein, die sich im Kaisersaal befindet. Papst Pius XI. schenkte das Gnadenbild dem Dom anlässlich der 900-Jahr-Feier der Grundsteinlegung.
Heinrich III. übergibt das „Goldene Buch“ an die heilige Maria, die Patronin des Speyerer Doms. Maria legt segnend der Kaiserin Agnes die Hand auf. Im Hintergrund ist der Dom zu Speyer zu sehen. Im umlaufenden Rahmenband spricht der König: „Oh Königin des Himmels, weise mich König nicht zurück. Durch die Überreichung dieser Gabe vertraue ich mich, den Vater mit der Mutter und insbesondere die, mit der ich in Liebe zum Nachkommen verbunden bin, dir an. Mögest du allzeit eine huldreiche Helferin sein.“ (Codex Aureus, um 1045)
Domhauptportal, Bronzetür von Prof. Toni Schneider-Manzell 1971, Relief, Bernhard von Clairvaux vor dem Gandenbild Marias im Speyerer Dom
Hauptportal mit Statuen
Westfassade mit Portalen

Eine Kathedrale oder Kathedralkirche (lateinisch ecclesia cathedralis „Kirche der Kathedra“) – auch Bischofskirche – ist eine Kirche, in der ein Bischof residiert und die die Kathedra als dessen Sitz enthält. Als Haupt- und Mutterkirche eines Bistums ist sie der Ort, von dessen Kathedra aus der Bischof die mit seinem Amt verbundenen Aufgaben der Verkündigung, des liturgischen Dienstes und der pastoralen Aufsicht wahrnimmt.

Das Wort leitet sich von griechisch kathedra über lateinisch cathedra ‚Thron, Sitz‘ ab als örtliche Manifestation der bischöflichen Amtsvollmacht.

Die ranghöchste Kirche der römisch-katholischen Kirche ist die Lateransbasilika die Kathedrale der Diözese Rom und Bischofssitz des Papstes.

Das Bistum Speyer wird seit dem Jahr 2008 durch Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann geleitet. Er ist der 96. Bischof von Speyer.

Es ist ein alter Brauch in der katholischen Kirche, dass sich jeder geweihte Bischof einen Wahlspruch und ein Wappen wählt. Seinen Wahlspruch "Maior omni laude" (Größer als alles Lob"), der seit der Bischofsweihe 2002 in Paderborn sein Wappen ziert, verwendet Dr. Karl-Heinz Wiesemann auch als Bischof von Speyer. Das Wappen wurde im Hinblick auf sein neues Bistum ergänzt.

Patrozinium

Die Kathedrale ist St. Maria und St. Stephanus geweiht. Die Hauptpatronin des Domes ist die Gottesmutter Maria.

Eine vorromanische Bischofskirche wird in einer Urkunde Königs Sigiberts III. aus dem Jahr 653 zum ersten Mal genannt. Auch wenn über den Standort nichts bekannt ist, war sie schon der Gottesmutter und dem Heiligen Papst Stephanus geweiht. Auch in einer Urkunde von Karl dem Großen von 782 wird von einer: ecclesia domne Marie, vel domni Stephani gesprochen.

Im Codex Aureus (1045) präsentiert sich Heinrich III mit seiner Gemahlin bei der Übergabe der Prachthandschrift vor der Gottesmutter Maria, der Patronin des Speyerer Doms und bittet um ihren Segen.

Bischof Gundekar von Eichstädt, der 1061 die feierliche Domweihe vornahm, sprach von einem: domus sanctae Mariae.

Als Bernhard von Clairvaux, damals noch ein einfacher Mönch, 1146 nach Speyer kam, den Dom betrat und mit den anderen Gläubigen das „Salve Regina“ anstimmte, soll die Madonna geantwortet haben: „Salve Bernharde – Sei gegrüßt Bernhard“. Hierauf, so die Legende, entstand die Wallfahrt nach Speyer zur sprechenden Madonna. Nachdem französische Revolutionstruppen 1794 die Marienfigur zerstört hatten, war die Wallfahrt für lange Zeit erloschen. Heute steht vor dem Vierungspfeiler eine Statue der Muttergottes auf der Mondsichel, ein Geschenk von Papst Pius XI. aus dem Jahr 1930, durch das die Wallfahrt neu belebt wurde.

Päpstliche Basilika

Der Dom zu Speyer besitzt darüber hinaus noch eine weitere 1925 verliehene Auszeichnung: Er ist auch eine päpstliche Basilika. Eine Tafel an der Westfassade weist auf diesen Titel hin.

In der katholischen Kirche ist „Päpstliche Basilika“ ein Ehrentitel für Kirchenbauten von herausragender Bedeutung, eine besondere Auszeichnung, die der Papst einer bedeutenden Kirche unabhängig von ihrem Baustil verleihen kann.

Die sieben ranghöchsten Gotteshäuser der katholischen Kirche werden „Basilica maior“ genannt, das sind fünf in Rom und zwei in Assisi. Über 1470 Kirchen bekamen bis jetzt weltweit durch die Päpste den Titel „Basilica minor“ verliehen. Die Verleihung eines Titels Basilica minor bezweckt die Stärkung der Bindung der einzelnen Kirchen an den römischen Bischof und soll die Bedeutung dieser Kirche für das Umland hervorheben. Die Gebäude und Fahnen einer Basilica minor können die gekreuzten Schlüssel tragen, wie sie auf dem Papstwappen zu finden sind. Der Padiglione (ein gelb-rot gestreifter kegelförmiger Seidenschirm, ursprünglich zum Schutz bei Prozessionen) und das Tintinabulum (eine liturgische Glocke) sind als Insignien nicht mehr obligatorisch.

Die sieben Kirchen mit dem Ehrentitel „Basilica maior“ in Rom und Assisi

  • Lateranbasilika Sankt Johannes im Lateran (San Giovanni in Laterano), Kathedrale von Rom
  • Petersdom, Basilika Sankt Peter im Vatikan (San Pietro in Vaticano)
  • Sankt Paul vor den Mauern (San Paolo fuori le Mura)
  • Groß Sankt Marien (Santa Maria Maggiore)
  • Sankt Laurentius vor den Mauern (San Lorenzo fuori le Mura) in Rom
  • Basilika San Franceso (Basilika des Heiligen Franziskus) in Assisi
  • Basilika Santa Maria degli Angeli („Unsere Liebe Frau von den Engeln“) in Assisi

  „Basilicae minores“ (Auswahl) mit Jahresangabe der Ernennung in Deutschland

  • Altötting, Sankt Anna, 1913
  • Bamberg, Dom, St. Peter und Georg, 1923
  • Bingen, St. Martin, 1930
  • Bonn, Münster, 1956
  • Ettal, Klosterkirche St. Mariä Himmelfahrt, 1920
  • Kevelaer, Wallfahrtskirche, 1923
  • Koblenz, St. Kastor, 1991
  • Köln, St. Gereon, 1920
  • Köln, St. Severin, 1953
  • Köln, St. Maria im Kapitol, 1965
  • Köln, St. Aposteln, 1965
  • Konstanz, Münster Unserer Lieben Frau, 1955
  • Landshut, St. Martin, 2001
  • Maria Laach, Abteikirche, 1926
  • Ottobeuren, Klosterkirche St. Alexander und Theodor, 1925
  • Regensburg, Unsere Lieben Frau zur Alten Kapelle 1964
  • Regensburg. St. Emmeram, 1964
  • Seligenstadt, Einhard-Basilika, St. Marcellus und Petrus, 1925
  • Speyer, Dom, Hl. Maria und hl. Papst Stephan I, 1925
  • Trier, Benediktinerabtei St. Matthias, 1920
  • Trier, Liebfrauenkirche, 1951
  • Trier. St. Paulin, 1958
  • Ulm-Wiblingen, Klosterkirche, 1993
  • Waldsassen, Stiftsbasilika, 1969
  • Weingarten, Klosterkirche, 1956
  • Worms, Dom, 1925
  • Xanten, Dom St. Viktor, (keine Bischofskirche), 1937

Der Kaiserdom zu Speyer - UNESCO Weltkulturerbe

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