Besuch bei Orgelbau Seifert in Kevelaer/Niederrhein |
Mit einem profunden Wissen über Orgelbau kehrten gut 30 Mitglieder des Dombauvereins von einer dreitägigen Orgelfahrt (10.-12. April) zurück. Sie hatten die besondere Gelegenheit, den Orgelbauern in Kevelaer über die Schultern zu schauen. Das Unternehmen Romanus Seifert baut die beiden neuen Domorgeln: eine Chororgel, die auf der Nordseite in einer Arkade am Königschor eingebaut und eine große Orgel, die auf der Empore ihren Platz finden wird. Übrigens: Die beiden Speyerer Orgeln werden durch eine bereits 1998 erfolgte Schenkung der Industriellenfamilie Quandt finanziert. Die Fahrt wurde organisiert mit dem Ferienwerk der Diözese Speyer und geleitet vom Vorsitzenden Dr. Walter Appel. Seitens des Domkapitels begleiteten Domkustos Otto Schüßler und Domkapitular Dr. Christoph Kohl die Reise. Vom Vorstand reisten ferner Dr. Hermann von Samson und Dorothea Halter mit. Auch zwei Pressevertreterinnen (Bistumszeitung Pilger und Rheinpfalz) nahmen teil.
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Erstes Ziel der Orgelreise war Neuss. Auf der Anreise führte Domkapitular Dr. Christoph Kohl fundiert in die Technik des Orgelbaus ein. Er informierte über Hauptwerk und Oberwerk, Schwellwerk und Fernwerk, reflektierte die Geschichte des Orgelbaus (bereits auf römischen Mosaiken aus dem 3. Jahrhundert nach Christus im Raum Trier beispielsweise sind Wasserorgeln dargestellt), erklärte Begriffe wie „Gedackt“ und „Principal“. In Neuss stand das spätromanische Quirinusmünster auf dem Programm. Zur Ausstattung gehört eine Seifert-Orgel aus dem Jahre 1907. Organist Joachim Neugart (ehemals Mitglied im Domchor Speyer) spielte auf seiner aus zwei Baukörpern bestehenden Orgel, die in den Emporen der Seitenschiffe Aufstellung gefunden hat. In Kevelaer, nach Altötting der größte Wallfahrtsort Deutschlands, wohnte die Gruppe zentral im Priesterhaus. Gemeinsam besuchte man das Marienlob in der Kerzenkapelle. Am nächsten Morgen stand der Besuch der Orgelbaufirma Seifert an. Freundlich erklärten die Mitarbeiter kenntnisreich und auch für Laien verständlich die Technik des Orgelbaus. Interessant beispielsweise die Hinweise zur Auswahl, Lagerung und Verarbeitung des Eichenholzes. Man bestaunte den fast fertigen Spieltisch und das hölzerne Rohgerüst der Speyerer Chororgel, deren Dimensionen schon zu erkennen sind. Mächtig ragen die fast sechs Meter hohen Pfeifen in die Höhe. Die im Bau befindliche Speyerer Chororgel wird über 38 Register, verteilt auf drei Manuale und Pedal, verfügen. 2446 Pfeifen, davon 32 aus Fichtenholz, werden die Orgel zum Klingen bringen. Auch verfügt sie über einen mechanischen Spieltisch.
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Anschließend besuchte der Dombauverein die 1864 erbaute neogotische Marienbasilika. Der Vortrag von Organist Elmar Lehnen begeisterte, mächtig und raumfüllend der Klang der Seifert-Orgel. Die 1907 eingeweihte Orgel war seinerzeit mit 122 Registern die größte in Deutschland. Die 2005 erbaute Seifert-Orgel in Essen-Holsterhausen (Kirche St. Maria Empfängnis) erklang am Nachmittag. Organist Roland Dopfer präsentierte ein breit gefächertes Programm mit Werken u. a. von Händel, Mozart und Vierne.
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Abschluss der Fahrt war in dem Dorf Otzenrath südlich von Mönchengladbach. Das Bistum Aachen errichtete dort eine neue Kirche in zeitgemäßen Formen. Nach der Eucharistiefeier erfolgte die Vorstellung der 2006 eingeweihten Seifert-Orgel. Roland Dopfer zeigte mit Werken von Pasquini, Pachelbel und Joh. Seb. Bach erneut sein großes Können. Der Dombauverein ist vorbereitet und freut sich auf die neuen Orgeln im Kaiserdom.
Zwei empfehlenswerte umfangreiche Presse-Artikel über die neue Speyerer Domorgel: Der Pilger, Ausgabe 16/2008, Doppelseite 16 und 17. Die Rheinpfalz, 19. April 2008 (Ausgabe Speyer), sowie 26. April (Ausgabe Landau).
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