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Sanierungsmaßnahmen

Die größte romanische Kathedrale Europas wird derzeit für etwa 21 Millionen Euro grundlegend restauriert. Die konservierenden und substanzerhaltenden Maßnahmen haben dabei besondere Priorität. Unter anderem sind folgende Maßnahmen vorgesehen:

sanierung
  • Instandsetzung Glockenturm (Westkuppel)
  • Instandsetzung sämtlicher Gewölbe und Wandflächen im Inneren
  • Restaurierung und Konservierung der romanischen Bauzier
  • Instandsetzung und Ertüchtigung der Dachwerke
  • Brandschutz
  • Instandsetzung der Zwerggalerie
  • Restaurierung der Bronzeportale
  • Neugestaltung der liturgischen Bereiche Hochaltar und Pfarraltar
  • Kaisersaal
  • Modernisierung der Elektroinstallation
  • Modernisierung der Sanitärinstallation
  • Rissesanierung der Aussenwände
  • Konservierung und Restaurierung des Schraudolph-Zyklus im Mittelschiff
  • Zeichnerische Bestandserfassung des Außenbaues
  • Zeichnerische Bestandserfassung des Westbau-Inneren
  • Inneninstandsetzung der Osttürme
  • Instandsetzung der Kupferdächer
  • Erneuerung der Blitzschutzanlage
  • Instandsetzung und Restaurierung der Dom-Vorhalle
  • Erneuerung der Heizungsanlage
  • Modernisierung und Instandsetzung der Fenster
  • Konservatorische Sicherung
  • Bauliche Instandsetzung Westbau
  • Instandsetzung der Westtürme

Drei Beispiele:

Die Instandsetzung sämtlicher Gewölbe und Wandflächen im Innenraum

Sämtliche Gewölbeflächen weisen zahlreiche Risse auf, deren Ursachen noch nicht geklärt sind. Es wird jedoch vermutet, daß die Schäden auf ältere Verformungen und unzweckmäßige Reparaturmaßnahmen zurückliegender Restaurierungen zurückzuführen sind.

Ziel der Maßnahme ist es, den Kirchenraum durch die Beseitigung der Schäden wieder in einen würdigen und dem Bauwerk angemessenen Zustand zu bringen. Als Ergebnis wird ein dem Zustand von 1961 entsprechendes Raumbild angestrebt.

Im einzelnen sind folgende Schritte notwendig:

  • Naturwissenschaftliche Untersuchung der verwendeten Baustoffe
  • Statische Analyse des Tragverhaltens
  • Reparatur der Schadstellen und Risse in den Gewölben
  • Ausbau und Erneuerung der vergrauten Schadstellen in artgleichem Mörtelmaterial
  • Vorsorge gegen Neuentstehung von gleichartigen Schäden
  • Hinterfüllen von Hohlstellen in den Altputzen
  • Neufassung der Gewölbeflächen
  • Reinigung sämtlicher Werksteinteile
  • Ergänzung der Lasuren auf den Werksteinteilen
  • Umfassende Dokumentation der durchgeführten Maßnahmen
  • Klimakontrolle zur Verhinderung zukünftiger Schäden

Die Restaurierung und Konservierung der romanischen Bauzier

Der Ostbau ist von den Zerstörungen im 17. Jahrhundert weitgehend verschont geblieben. Hier blieb die kunstgeschichtlich hochbedeutende romanische Bauzier noch vollständig erhalten. Durch Luftschadstoffe und natürliche Alterung sind die wertvollen Steinmetzarbeiten angegriffen und gefährdet. Zum Schutz der historischen Substanz sind konservierende Maßnahmen nötig. Der Umfang der erforderlichen Maßnahmen kann wegen der Komplexität der Planung derzeit nur ansatzweise dargestellt werden.

Im einzelnen sind folgende Maßnahmen notwendig:

  • Zeichnerische Bestandserfassung der zu bearbeitenden Bauteile
  • Restauratorische Voruntersuchung zur Ermittlung des Schadensumfangs an einer Probeachse
  • Schadensanalyse als Voraussetzung zukünftiger Maßnahmen
  • Naturwissenschaftliche Untersuchungen zur Klärung der möglichen Eingriffe
  • Proberestaurierung zur Ermittlung der Zweckmäßigkeit des Vorgehens
  • Diskussion des vorgeschlagenen Vorgehens in einem interdisziplinären Gremium
  • Abtragen von zementhaltigen Fugmörteln
  • Festigung von sandenden und schollenden Steinpartien
  • Festigen und Sichern von schadhaften Teilen der skulptierten Partien
  • Schutzdächer über besonders gefährdeten Teilen der skulptierten Partien
  • Regelmäßige Kontrolle der weiteren Bauwerksentwicklung

Die Instandsetzung des Glockenturms

Der in der Zeit von 1854 bis 1858 nach den Plänen des Architekten Heinrich Hübsch errichtete mittlere Westturm ist eine ingenieurtechnisch höchst bemerkenswerte Verbundkonstruktion aus einem mit Eisenschlaudern verstärkten Ziegelgewölbe und einer Abdeckung aus Sandsteinplatten. Durch das ausgewaschene Fugennetz der Abdeckung dringt bei starken Niederschlägen seit Jahrzehnten Regenwasser ein. Frühere Sanierungsversuche sind fehlgeschlagen. Die ständige Feuchtebelastung zermürbt die Ziegelkonstruktion und führt im Winter zu Frostsprengungen. Der Mörtel wird ausgewaschen. Die Stahlzugbänder sind bereits weitgehend korrodiert und drohen zu versagen. Aus Gründen der Verkehrssicherung und zur Erhaltung der historischen Bausubstanz ist eine eingehende Untersuchung mit nachfolgender schonender Instandsetzung erforderlich.

Für die Instandsetzung und Reparatur sind im einzelnen folgende Schritte notwendig:

  • Exakte Bestandsaufnahme der Konstruktion
  • Einbau zusätzlicher Zugglieder in mehreren Ebenen
  • Handwerkliche Reparatur des geschädigten Mauerwerks mit artgleichem Material
  • Verfüllen von Hohlräumen im Mauerwerk durch Verpressung
  • Behebung der Steinschäden an der Abdeckung und der Rosenknospe auf der Turmspitze
  • Rückankerung der Abdeckplatten
  • Abdichtung der Fugen in der Abdeckung bei gleichzeitiger Erhaltung des historischen Erscheinungsbilds
  • Reparatur sämtlicher Galeriesäulen, die durch Rostsprengung geschädigt sind
  • Erneuerung der Schalläden
  • Erneuerung der Elektroanlage

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