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Päpstliche Basilika

Der Dom zu Speyer – eine Päpstliche Basilika

Der Dom zu Speyer wurde offiziell am 30. Oktober 1981 in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. 33 Denkmäler in Deutschland sind derzeit auf der Welterbeliste der UNESCO verzeichnet. Sie stehen unter dem Schutz der Internationalen, 1972 von der UNESCO verabschiedeten Konvention für das Kultur- und Naturerbe der Menschheit. Die Liste des Welterbes umfasst insgesamt 878 Kultur- und Naturstätten in 141 Ländern.

Der Dom zu Speyer besitzt darüber hinaus noch eine weitere 1925 verliehene Auszeichnung: Er ist auch eine päpstliche Basilika. Eine Tafel an der Westfassade weist auf diesen Titel hin. Der Begriff „Basilika“ hat zwei Bedeutungen: er ist zunächst ein kunsthistorischer Fachbegriff und zudem ein Ehrentitel für eine Kirche.

Der Name „Basilika“ leitet sich vom Griechischen „basiliké“ ab und bezeichnet in der Antike eine überdeckte, meist mehrschiffige Amts-, Markt- oder Kulthalle.
Im Zuge der Christianisierung übertrug sich der Begriff auf die nach dem Vorbild der antiken Basiliken gestalteten Kirchenbauten. Der ersten christlichen Kirchen wurden nach dem Vorbild der Basiliken erbaut. In der Apsis, wo in antiken Gerichts- oder Palastbasiliken der Sitz des Richters bzw. des Kaisers aufgestellt war, fand nun der Altar seinen Platz. Seit dem 4. Jahrhundert bestimmt die Basilika den abendländischen Großkirchenbau. Sie wird beispielsweise in der Spätgotik durch die Halle und im Barock durch den Zentralbau zeitweise etwas zurückgedrängt.

In der Kunstgeschichte bzw. typologisch-baugeschichtlich versteht man unter Basilika eine drei- oder fünfschiffige längsgerichtete Kirche mit überhöhtem Mittelschiff, das durch Fenster im Obergaden (Lichtgaden) belichtet wird. Auch der Speyerer Dom ist baugeschichtlich gesehen, eine Basilika.

In der katholischen Kirche ist „Päpstliche Basilika“ ferner ein Ehrentitel für Kirchenbauten von herausragender Bedeutung, eine besondere Auszeichnung, die der Papst einer bedeutenden Kirche unabhängig von ihrem Baustil verleihen kann.

Die sieben ranghöchsten Gotteshäuser der katholischen Kirche werden „Basilica maior“ genannt, das sind fünf in Rom und zwei in Assisi. Über 1470 Kirchen bekamen weltweit durch die Päpste den Titel „Basilica minor“ verliehen. Die Verleihung eines Titels Basilica minor bezweckt die Stärkung der Bindung der einzelnen Kirchen an den römischen Bischof und soll die Bedeutung dieser Kirche für das Umland hervorheben. Die Gebäude und Fahnen einer Basilica minor können die gekreuzten Schlüssel tragen, wie sie auf dem Papstwappen zu finden sind. Der Padiglione (ein gelb-rot gestreifter kegelförmiger Seidenschirm, ursprünglich zum Schutz bei Prozessionen) und das Tintinabulum (eine liturgische Glocke) sind als Insignien nicht mehr obligatorisch. Weltweit tragen über 1470 Kirchen den Titel Basilika, 528 davon allein in Italien. Insbesondere werden Wallfahrtskirchen mit diesem Titel ausgezeichnet.

Die fünf Kirchen mit dem Ehrentitel „Basilica maior“ in Rom und Assisi:

* Lateranbasilika Sankt Johannes im Lateran (San Giovanni in Laterano), Kathedrale von Rom
* Petersdom, Basilika Sankt Peter im Vatikan (San Pietro in Vaticano)
* Sankt Paul vor den Mauern (San Paolo fuori le Mura)
* Groß Sankt Marien (Santa Maria Maggiore)
* Sankt Laurentius vor den Mauern (San Lorenzo fuori le Mura) in Rom
* Basilika San Franceso (Basilika des Heiligen Franziskus) in Assisi
* Basilika Santa Maria degli Angeli („Unsere Liebe Frau von den Engeln“) in Assisi

Die sieben „Baslicae maiores“ besitzen einen Papstthron und – außer San Lorenzo – einen altare papale („Papstaltar“). Nur der Papst (oder in Ausnahmefällen dessen Vikar) ist berechtigt, an diesem Altar die Heilige Messe zu lesen.

Im Folgenden sollen einige bekannte „Baslicae minores“ mit Jahresangabe der Ernennung aufgelistet werden:

Altötting, Sankt Anna, 1913
Bamberg, Dom, St. Peter und Georg, 1923
Bingen, St. Martin, 1930
Bonn, Münster, 1956
Ettal, Klosterkirche St. Mariä Himmelfahrt, 1920
Kevelaer, Wallfahrtskirche, 1923
Koblenz, St. Kastor, 1991
Köln, St. Gereon, 1920
Köln, St. Severin, 1953
Köln, St. Maria im Kapitol, 1965
Köln, St. Aposteln, 1965
Konstanz, Münster Unserer Lieben Frau, 1955
Landshut, St. Martin, 2001
Maria Laach, Abteikirche, 1926
Ottobeuren, Klosterkirche St. Alexander und Theodor, 1925
Regensburg, Unsere Lieben Frau zur Alten Kapelle 1964
Regensburg. St. Emmeram, 1964
Seligenstadt, Einhard-Basilika, St. Marcellus und Petrus, 1925
Speyer, Dom, Hl. Maria und hl. Papst Stephan I, 1925
Trier, Benediktinerabtei St. Matthias, 1920
Trier, Liebfrauenkirche, 1951
Trier. St. Paulin, 1958
Ulm-Wiblingen, Klosterkirche, 1993
Waldsassen, Stiftsbasilika, 1969
Weingarten, Klosterkirche, 1956
Worms, Dom, 1925
Xanten, Dom St. Viktor, (keine Bischofskirche), 1937
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Amiens, Kathedrale, 1854
Chartres, Kathedrale Notre-Dame, 1908
Paris, Kathedrale Notre-Dame, 1805
Paris, Basilique du Sacré-Coeur, 1919
Poitiers, Kathedrale, 1912
Reims, Kathedrale, 1870
Straßbourg, Münster, 1892

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