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Bericht des Dombaumeisters 2008

Bericht des Dombaumeisters - Maßnahmen im Jahr 2008

Mit der Einrüstung der Südseite des Westbaus Mitte Mai begann die letzte Etappe der Sicherung des neuromanischen Westbaus. Die Schadensbilder an der Fassadenfläche und an der Zwerggalerie mit ihren Stützensystemen waren identisch mit denen an der Nord- und an der Westseite. Ebenso waren die statisch-konstruktiven Schäden an der Dachkonstruktion und den dazu gehörigen Auflagerpunkten im südlichen Dachspeicherraum identisch mit denen im nördlichen, jedoch in erheblich größerem Ausmaß.
Die Optimierung des Brandschutzes wurde weitergeführt, indem in den verschiedenen Höhenebenen im West- und Ostbau so genannte Löschstationen eingebaut wurden. Diese bestehen aus Edelstahlschränken, in denen sich C-Rollschläuche und ein C-Strahlrohr befinden. Im Brandfalle müssen die Wehrfrauen/Männer somit keinen Schlauchtransport mehr vornehmen. Neben den Löschstationen befinden sich jeweils 1- bzw. 2-C-Anschlussstutzen, die an der entsprechenden Löschwasserleitung angeschlossen sind. Für die brandschutztechnische Beratung und die Planung des Leitsystems für die Feuerwehr möchte ich mich auch an dieser Stelle nochmals ganz herzlich bei dem Brandschutzbeauftragten der Stadt Speyer, Herrn Peter Kaiser, bedanken.

Das bedeutsamste Projekt auch im Hinblick auf die liturgischen Feiern im Dom war im zurückliegenden Jahr der Einbau der Chororgel in der zweiten nördlichen Pfeilerarkade auf dem Königschor.
Die von der Orgelbauwerkstätte ROMANUS SEIFERT & SOHN aus Kevelaer erbaute Chororgel hat ein Gesamtgewicht von ca. 9 t. Deshalb musste eine spezielle und auch aufwändige Lastabtragung in dem historisch signifikanten Bereich vorgenommen werden um die mittelalterliche Subtanz nicht zu gefährden. Zu der Gründungskonstruktion schreibt der Statiker Dr.-Ing. Wolfgang Mühlschwein Folgendes: „Es wird - wie in den Positionsplänen dargestellt - eine gefaltete Stahlbetonplatte ausgeführt, die als elastisch gebettete Bodenplatte in Höhe des Fußbodens des nördlichen Seitenschiffes beginnt, als Wand am Höhensprung zum Königschor sich fortsetzt und schließlich als obere Deckenplatte auf der Königschorebene endet.“
Für die Elektroanschlüsse der Chororgel und die Steuerungsleitungen zur zukünftigen Hauptorgel auf der Orgelempore waren umfangreiche Elektro-Installationsarbeiten erforderlich. Im nördlichen Seitenschiff und auf dem Königschor mussten zusätzliche Bodenschächte hergestellt werden, was mit größeren Fußboden-Aufbrucharbeiten verbunden war. Dank der intensiven Bauleitung von Frau Brigitte Cramer vom Architekturbüro Univ. Prof. Dr. Ing. habil. Johannes Cramer sind sämtliche Bauarbeiten und der Orgelaufbau rechtzeitig fertig gestellt worden und die Chororgel konnte, wie geplant, am 22. November durch H. Herrn Dompropst Weihbischof Otto Georgens geweiht werden.

Allen bei den vorgenannten Maßnahmen beteiligten Personen von den Planungsbüros, Instituten, Ämtern sowie den Restauratoren und Bauhandwerkern gebührt mein herzlicher Dank für die geleistete ausgezeichnete Arbeit.

Alfred Klimt, Dombaumeister

Chororgel

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